Depressionen

Hier ein erbauender Artikel aus dem Erwachet! vom Juli 2009.

Man kann, wie auf all unseren Seiten, unten links auf DRUCKVERSION gehen und sich den Artikel auch ausdrucken und in Ruhe durchlesen.

Depressionen: Wie fühlt man sich?

„ALS ich gerade mal zwölf Jahre alt war, wachte ich eines Morgens auf, setzte mich auf die Bettkante und fragte mich: ‚Muss ich heute sterben?‘ “ James* steckte mitten in einer schweren Depression. „Mein Leben lang musste ich Tag für Tag mit dieser emotionalen und psychischen Krankheit kämpfen“, erinnert er sich dreißig Jahre später. Als er jung war, fühlte er sich so wertlos, dass er die Fotos aus seiner Kindheit zerriss. „Ich war es nicht wert, dass sich jemand an mich erinnerte“, erklärt James.

Jeder von uns muss hin und wieder mit Gefühlen der Traurigkeit fertig werden. Da könnte es nur allzu leicht passieren, dass wir meinen, genau zu wissen, wie sich jemand mit einer depressiven Störung fühlt. Aber wie fühlt man sich wirklich?

Ein innerer Tyrann

Eine Depression ist weit mehr als nur eine vorübergehende Niedergeschlagenheit. Es handelt sich dabei um eine schwere Störung, die den Betroffenen oft schon daran hindert, ganz alltäglichen Arbeiten nachzugehen.

Álvaro kämpft seit über 40 Jahren mit Gefühlen „der Angst, der Verwirrung, mit inneren Qualen und tiefer Traurigkeit“. Er erklärt: „Durch meine Depressionen bin ich sehr davon abhängig, wie andere über mich denken. Geht etwas schief, fühle ich mich sofort schuldig.“ Álvaro empfindet die Depression „als einen furchtbaren Schmerz, den man verspürt, ohne zu wissen, woher er kommt, als Angst, ohne zu wissen, wovor. Doch das Allerschlimmste ist, dass man überhaupt keine Lust hat, darüber zu reden.“ Jetzt, da ihm klar ist, woran er leidet, fällt es ihm leichter, damit umzugehen. Er sagt: „Zu wissen, andere haben dasselbe Problem, hilft mir, und ich fühle mich besser.“

Die Depressionen, an denen die 49-jährige Maria aus Brasilien litt, führten zu Schlaflosigkeit, Schmerzen, Reizbarkeit und „einer scheinbar nicht enden wollenden Traurigkeit“. Nachdem man die Krankheit diagnostiziert hatte, war sie zunächst erleichtert, da sie ihrem Leiden einen Namen geben konnte. „Aber dann machte ich mir Sorgen darum“, erzählt sie, „dass so wenige verstehen, was es überhaupt bedeutet, Depressionen zu haben, und dass die Krankheit mit einem Stigma behaftet ist.“

Traurig ganz ohne Grund

Depressionen haben zwar manchmal einen bestimmten Auslöser, oft aber treten sie völlig unerwartet aus unerklärlichen Gründen auf. Richard aus Südafrika erklärt: „Plötzlich und ganz ohne Grund schiebt sich eine dunkle Wolke der Traurigkeit in dein Leben, dabei ist niemand gestorben und es ist auch sonst nichts Schlimmes passiert. Trotzdem fühlst du dich niedergeschlagen und leer. Und was auch immer du tust, die Wolke lässt sich einfach nicht vertreiben. Du bist völlig überwältigt von tiefer Verzweiflung und weißt gar nicht, was mit dir los ist.“

Niemand muss sich irgendwie dafür schämen, unter Depressionen zu leiden. Aber Ana aus Brasilien war es peinlich, als sie von dieser Diagnose erfuhr. Sie gibt zu: „Das ist zwar nun schon acht Jahre her, aber ich schäme mich eigentlich immer noch.“ Ganz besonders aber machen ihr seelische Qualen zu schaffen. „Manchmal geht es mir so schlecht, dass mir buchstäblich alles wehtut. Ich spüre jeden einzelnen Muskel“, berichtet sie. In solchen Phasen ist es ihr fast unmöglich, das Bett zu verlassen. Und dann gibt es Zeiten, da sie nicht aufhören kann zu weinen. Sie erzählt: „Ich muss so heftig schluchzen, dass ich schließlich völlig erschöpft bin und das Gefühl habe, das Blut in meinen Adern sei erstarrt.“

Wie die Bibel zeigt, kann ein Mensch einen solchen seelischen Tiefpunkt erreichen, an dem es gefährlich wird. Der Apostel Paulus war zum Beispiel besorgt, dass ein gewisser Mann „von seiner übergroßen Traurigkeit verschlungen werde [„Depressionen kriegt, von denen er sich nicht mehr erholt“, Volxbibel]“ (2. Korinther 2:7). Jemand mag so verstört sein, dass er sich wünscht, einfach einzuschlafen, ohne wieder aufzuwachen. Viele fühlen so wie der Prophet Jona: „Es ist besser, dass ich sterbe, als dass ich am Leben bin“ (Jona 4:3).

Was kann man tun, wenn man an Depressionen leidet? Wie geht man mit dieser belastenden Gemütskrankheit um? Kann man sie therapieren?

[Fußnote]

Namen in dieser Serie wurden geändert.

[Herausgestellter Text auf Seite 3]

„Plötzlich und ganz ohne Grund schiebt sich eine dunkle Wolke der Traurigkeit in dein Leben“

 

Depressionen: Was kann man tun?

„MEINEM Mann und mir ist es gelungen, eine Therapie zu finden und unser Leben umzustellen. Wir haben alles darangesetzt, Strategien zu erarbeiten, die mir helfen, damit leben zu können“, erzählt Ruth, die seit vielen Jahren an Depressionen leidet. „Die Behandlung schlägt offenbar ganz gut an und ich fühle mich besser. Doch es gibt auch Zeiten, da geht scheinbar gar nichts mehr und ich möchte einfach aufgeben — nur die Liebe und das Verständnis meines Mannes und meiner Freunde helfen mir dann noch.“

Die Erfahrung von Ruth macht eins deutlich: Menschen, die an Depressionen leiden, brauchen jede erdenkliche Hilfe, und das schließt auch geeignete medizinische Therapien unterschiedlichster Art ein. Depressionen zu ignorieren kann riskant, ja in manchen Fällen sogar lebensgefährlich sein. Jesus wies vor fast 2 000 Jahren darauf hin, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, als er sagte, dass die Leidenden einen Arzt benötigen (Markus 2:17). Tatsächlich können Mediziner viel tun, das Leben depressiver Patienten erträglicher zu machen.*

Behandlungsmethoden

Für welche der verschiedenen Therapien man sich entscheidet, hängt von den Symptomen und der Schwere der Krankheit ab. (Siehe den Kasten auf Seite 5: „Welche Depressionsformen gibt es?“) Oft kann schon der Hausarzt weiterhelfen, manchmal müssen aber auch Spezialisten herangezogen werden. Vielleicht verschreibt der Arzt Antidepressiva oder empfiehlt andere Behandlungsmethoden. Verschiedentlich wurden auch gute Ergebnisse mit pflanzlichen Mitteln, durch eine Ernährungsumstellung oder durch regelmäßige sportliche Betätigung erzielt.

Häufige Herausforderungen

1. Gut gemeinter Rat zu der Frage, für welche Behandlung man sich entscheiden sollte oder welche abzulehnen ist, kann von Personen kommen, die wenig oder gar keine medizinische Ausbildung haben. Sie meinen ganz genau zu wissen, ob pflanzliche Mittel, verschreibungspflichtige Medikamente oder gar nichts genommen werden sollte.

Wichtig: Sich vergewissern, ob der Rat aus einer zuverlässigen Quelle stammt. Schließlich muss jeder seine eigene Wahl treffen, nachdem er sich eingehend informiert hat.

2. Enttäuschung könnte Patienten dazu veranlassen, ihre Behandlung abzubrechen. Möglicherweise haben sie das Gefühl, die Therapie bringe nichts, oder sie verspüren unangenehme Nebenwirkungen.

Wichtig: „Pläne scheitern, wo es kein vertrauliches Gespräch gibt, aber bei der Menge der Ratgeber kommt etwas zustande“ (Sprüche 15:22). Die Aussicht auf Erfolg einer Behandlung wächst mit einer guten Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Es ist nötig, Sorgen offen anzusprechen oder das Krankheitsbild genau zu beschreiben und abzuklären, ob die Therapie umgestellt oder einfach so lange fortgesetzt werden sollte, bis erste Erfolge erzielt werden.

3. Übersteigertes Selbstvertrauen kann einen Kranken veranlassen, die Medikamente nach ein paar Wochen plötzlich abzusetzen, weil er sich besser fühlt. Möglicherweise ist ihm gar nicht mehr bewusst, wie schlecht es ihm ging, bevor er die Behandlung begonnen hat.

Wichtig: Die plötzliche Unterbrechung einer medizinischen Behandlung ohne Rücksprache mit dem Arzt kann schwere, ja sogar lebensbedrohliche Auswirkungen haben.

Die Bibel ist zwar kein medizinisches Fachbuch, aber ihr Autor, Jehova Gott, ist derjenige, der uns erschaffen hat. Denen, die an Depressionen erkrankt sind, und allen, die ihnen zur Seite stehen, gibt die Bibel Rat und spricht Mut zu. Wie, das zeigt der nächste Artikel.

[Fußnote]

Erwachet! empfiehlt keine spezielle Behandlungsmethode. Jeder sollte selbst sorgfältig abwägen und dann eine Entscheidung treffen.


Kasten auf Seite 5

WELCHE DEPRESSIONSFORMEN GIBT ES?

  Art und Schwere einer Depression sind ausschlaggebend für den Erfolg der einzelnen medizinischen Behandlungsansätze.

Typische Depression (Major Depression) hat Auswirkungen auf fast alle Aspekte des Lebens des Kranken, und ihre Symptome können so schwer sein, dass sie wenn unbehandelt mindestens sechs Monate andauern.

Bipolare Störung ist auch als manisch-depressive Erkrankung bekannt. Der Gemütszustand des Patienten pendelt zwischen Phasen des euphorischen Stimmungshochs (manische Episode) und der überdurchschnittlich gedrückten Stimmung (depressive Episode). Siehe den Artikel „Leben mit einer Gemütskrankheit“ in der Erwachet!-Ausgabe vom 8. Januar 2004.

Depressive Dauerverstimmung (Dysthymie) macht es dem Patienten schwer, normal zu funktionieren. Sie ist zwar nicht so belastend wie die typische Depression, kann aber zeitweilig zu einer solchen werden.

Wochenbettdepression (Postpartale Depression) ist ein emotionaler Zustand der Erschöpfung, an dem zahlreiche Frauen nach der Geburt ihres Kindes leiden. Siehe den Artikel „Hilfe bei Wochenbettdepressionen“ in der Erwachet!-Ausgabe vom 8. Juni 2003.

Saisonal abhängige Depression tritt häufig in Herbst- und Wintermonaten auf, da zunehmende Dunkelheit aufs Gemüt schlagen kann. Zumeist klart die Stimmung während der helleren Monate wieder auf.

 

Hilfe von dem „Gott allen Trostes“

SEELISCHE Qualen und viele „beunruhigende Gedanken“ waren auch für König David keine Seltenheit. Zu keiner Zeit aber zweifelte er daran, dass sein Schöpfer ihn in jeder Hinsicht verstehen konnte. „O Jehova, du hast mich durchforscht, und du kennst mich. Du selbst hast mein Sitzen und mein Aufstehen erkannt. Du hast meine Gedanken von fern bemerkt. Denn da ist kein Wort auf meiner Zunge, doch siehe, o Jehova, du weißt es schon ganz“, schrieb er (Psalm 139:1, 2, 4, 23).

Wie David können auch wir sicher sein, dass unser Schöpfer uns versteht und sieht, wie demoralisierend und lähmend sich Depressionen auf unsere unvollkommene seelische Verfassung und unsere körperliche Konstitution auswirken. Ihm sind die Ursachen bekannt und er weiß, wie wir unter den gegenwärtigen Bedingungen am besten mit Depressionen umgehen können. Doch mehr noch, er lässt uns wissen, dass er diese Krankheit ein für alle Mal heilen wird. Könnten wir uns jemand vorstellen, der einfühlsamer ist als Gott? Nein, nur unser „Gott, der die Niedergeschlagenen tröstet und ermutigt, . . . [gibt uns] neuen Mut“ (2. Korinther 7:6, Neue Genfer Übersetzung).

Doch man fragt sich vielleicht, wie Gott jemand helfen kann, der gerade seelische Qualen durchmacht.

Ist Gott für depressiv Kranke da?

Jehova Gott ist denen, die ihm dienen und niedergeschlagen sind, so nahe, als sei er direkt bei „den Zerschlagenen und Bedrückten, um den Geist der Bedrückten wieder aufleben zu lassen und das Herz der Zerschlagenen neu zu beleben“ (Jesaja 57:15, Einheitsübersetzung). Und: „Wenn sie verzweifelt sind und keinen Mut mehr haben, dann ist er ihnen nahe und hilft“ (Psalm 34:19, Gute Nachricht Bibel; Kursivschrift von uns). Ist das nicht tröstend?

Wie werden depressiv Kranke von Gott gestärkt?

Ein Diener Gottes kann sich zu jeder Tages- und Nachtzeit an den „Hörer des Gebets“ wenden (Psalm 65:2). Er hilft uns, mit entmutigenden Gefühlen und Situationen umzugehen, die uns aus dem Gleichgewicht bringen. Die Bibel fordert uns auf, ihm unser Herz auszuschütten: „Seid um nichts ängstlich besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen zusammen mit Danksagung eure Bitten bei Gott bekannt werden; und der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft, wird euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten“ (Philipper 4:6, 7).

Was aber, wenn Gefühle der Wertlosigkeit uns glauben machen, unsere Gebete würden nicht erhört?

Wer mit einer Depression kämpft, könnte vielleicht meinen, was immer er auch versucht, es reicht einfach nicht aus, um Gott zu gefallen. Unser himmlischer Vater aber ist so einfühlsam, dass er alle unsere Empfindungen versteht. Er „ist eingedenk dessen, dass wir Staub sind“ (Psalm 103:14). Selbst wenn „uns unser Herz verurteilen mag“, können wir „unser Herz überzeugen“, dass „Gott größer ist als unser Herz und alles weiß“ (1. Johannes 3:19, 20, Fußnote). Es ist auch möglich, im Gebet auf Formulierungen zurückzugreifen, die wir in Bibelpassagen wie Psalm 9:9, 10; 10:12, 14, 17 und 25:17 finden.

Was, wenn wir innerlich zu aufgewühlt sind, unsere Gefühle auszudrücken?

Starker emotionaler Schmerz kann das Gefühlsleben so durcheinanderbringen, dass sich die Gedanken kaum in Worte fassen lassen. Aber geben wir nie auf! Wenden wir uns vielmehr immer wieder an den „Vater inniger Erbarmungen“ und den „Gott allen Trostes“, denn wir wissen, dass er unsere Nöte und Gefühle versteht (2. Korinther 1:3). Maria, die wir schon kennengelernt haben, sagt: „Wenn ich so völlig durch den Wind bin, habe ich keine Idee, worum ich beten soll. Doch ich weiß genau, Gott versteht mich und hilft mir.“

Wie antwortet Gott auf unsere Gebete?

Wie die Bibel zeigt, wird Gott zwar all das, was uns belastet, nicht jetzt und sofort beseitigen. Aber er verleiht uns „für alles“ die nötige Kraft — auch für Depressionen (Philipper 4:13). Martina erzählt ganz offen: „Als ich das erste Mal Depressionen bekam, flehte ich Jehova an, mich sofort zu heilen. Ich dachte, das halte ich keinen Moment länger aus. Inzwischen habe ich gelernt, Jehova für jeden Tag um Kraft zu bitten.“

Eine elementare Kraftquelle, für die Gott gesorgt hat, ist die Heilige Schrift. Sarah, die seit 35 Jahren gegen ihre Depressionen ankämpft, kann aus eigener Erfahrung sagen, wie viel ihr das tägliche Bibellesen gebracht hat. Sie erzählt: „Ich bin wirklich sehr dankbar für das, was medizinisch für mich getan wurde. Doch mir ist völlig klar: Das Bibellesen hilft mir mehr als alles andere, mein Leben zu meistern und im Glauben stark zu bleiben. Ich habe es mir zur festen Gewohnheit gemacht.“

Keine Depressionen mehr — nie wieder!

Als Jesus Christus auf der Erde war, bewies er, dass er mit Gottes Kraft schwere Krankheiten heilen konnte. Und es lag ihm viel daran, kranken und leidenden Menschen zu helfen. Doch auch er musste am eigenen Leib erfahren, welche inneren Qualen seelische Belastungen hervorrufen können. In der Nacht, bevor er einen grausamen Tod sterben sollte, „brachte Christus Flehen und auch Bitten mit starkem Schreien und Tränen vor dem dar, der ihn aus dem Tod erretten konnte“ (Hebräer 5:7). So schlimm das damals auch für ihn war, wir profitieren heute davon, denn nun „kann er denen zu Hilfe kommen, die auf die Probe gestellt werden“ (Hebräer 2:18; 1. Johannes 2:1, 2).

Gott hat vor, allen bedrückenden Umständen, die für die Entstehung von Depressionen mitverantwortlich sind, ein Ende zu bereiten. In der Bibel verspricht er: „Ich schaffe neue Himmel und eine neue Erde; und die früheren Dinge werden nicht in den Sinn gerufen werden, noch werden sie im Herzen aufkommen. Doch frohlockt und freut euch immerdar über das, was ich schaffe“ (Jesaja 65:17, 18). Die „neuen Himmel“, also das Reich Gottes, wird dafür sorgen, dass sich die „neue Erde“, also die Gesellschaft gerechter Menschen auf der Erde, vollkommener Gesundheit erfreuen wird — in jeglicher Hinsicht. Krankheiten jeder Art werden dann für immer der Vergangenheit angehören.

[Herausgestellter Text auf Seite 9]

„Ich habe deinen Namen angerufen, o Jehova, aus unterster Grube. Meine Stimme sollst du hören. Zu meiner Erleichterung verbirg dein Ohr nicht vor meinem Hilferuf. Du hast dich genaht an dem Tag, an dem ich dich unablässig anrief. Du sprachst: ‚Fürchte dich nicht‘ “ (Klagelieder 3:55-57).

[Kasten auf Seite 7]

„REDET BEKÜMMERTEN SEELEN TRÖSTEND ZU“

  Wenn Barbara die Gefühle der Wertlosigkeit und der Trübsal mal wieder übermannen, rufen sie und ihr Mann einen Freund der Familie an. Gerhard, der ein Ältester der Christenversammlung ist, hört geduldig zu, auch wenn Barbara immer wieder hemmungslos schluchzt und sich ihre negativen Gedanken ständig wiederholend im Kreis drehen.

  Gerhard hört ganz bewusst einfach nur zu, ohne gleich etwas zu bewerten, zu diskutieren oder ein Urteil zu fällen (Jakobus 1:19). Wie die Bibel rät, redet er „bekümmerten Seelen tröstend zu“ (1. Thessalonicher 5:14). Unermüdlich versichert er Barbara, dass sie für Jehova, ihre Familie und ihre Freunde überaus wertvoll ist. Zumeist liest er ein oder zwei stärkende Gedanken aus der Bibel vor, auch wenn er sie schon des Öfteren vorgelesen hat. In jedem Fall aber bietet er an, am Telefon mit ihnen zu beten. Diese Gebete geben ihnen immer wieder aufs Neue Mut (Jakobus 5:14, 15).

  Weil Gerhard kein gelernter Mediziner ist, würde er nie versuchen, in die Rolle eines Therapeuten zu schlüpfen. Doch er trägt seinerseits etwas zur Behandlung bei, was wohl nur wenige Ärzte bieten können: zu Herzen gehende Texte aus der Bibel und Kraft spendende Gebete.

Wie redet man „bekümmerten Seelen tröstend zu“?

Man könnte sagen: „Weißt du, ich hab gerade an dich gedacht. Es geht dir doch oft nicht so gut. Ist dir vielleicht danach, darüber zu sprechen, wie du dich fühlst?“

  Zur Erinnerung: Interessiert und mitfühlend bleiben, auch wenn der Kranke immer wieder dasselbe sagt.

Man könnte sagen: „Ich finde es ganz toll, dass du trotz deiner Krankheit so viel schaffst.“ Oder: „Du bist so ein angenehmer Mensch, tust so viel Gutes.“ Und dann: „Auch wenn du manchmal gern mehr tun möchtest, Jehova hat dich lieb und freut sich über alles, was du tust, und wir auch.“

  Zur Erinnerung: Tröstend und liebevoll sein.

Man könnte sagen: „Ich bin gerade über einen ganz schönen Text gestolpert.“ Oder: „Vorhin habe ich mal wieder meinen Lieblingstext gelesen und musste an dich denken.“ Den Bibeltext danach vorlesen oder zitieren.

  Zur Erinnerung: Keine Moralpredigt halten oder belehrend wirken.

[Bild auf Seite 7]

[Bild auf Seite 7]

[Kasten auf Seite 9]

Trost aus den Schriften

  Lorraine schöpft Mut aus dem Versprechen Jehovas in Jesaja 41:10: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit.“

  Álvaro findet oft Trost in den Worten aus Psalm 34:4, 6: „Ich befragte Jehova, und er antwortete mir, und aus all meinen Schrecknissen befreite er mich. Dieser Niedergedrückte rief, und Jehova selbst hörte. Und aus all seinen Bedrängnissen rettete ER ihn.“

  Naoya fühlt sich immer gestärkt, wenn er Psalm 40:1, 2 liest: „Ich hoffte ernstlich auf Jehova, und so neigte er sein Ohr zu mir und hörte meinen Hilferuf. . . . Er festigte meine Schritte.“

  Naoko verleihen die Worte aus Psalm 147:3 Herzensfrieden, denn Jehova „heilt, die gebrochenen Herzens sind, und verbindet ihre schmerzhaften Stellen“.

  Eliz fühlt sich durch Jesu Worte aus Lukas 12:6, 7 in Jehovas Händen gut aufgehoben: „Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Münzen von geringem Wert? Doch nicht einer von ihnen wird vor Gott vergessen. Aber sogar die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Fürchtet euch nicht; ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.“

Weitere Texte aus der Bibel:

  Psalm 39:12: „Hör mein Gebet, o Jehova, und meinem Hilferuf schenke Gehör. Schweig nicht zu meinen Tränen.“

  2. Korinther 7:6: Gott tröstet „die Niedergeschlagenen“.

  1. Petrus 5:7: Werft „all eure Sorge auf ihn [Gott], denn er sorgt für euch“.

Artikel über Depressionen: © jw.org

Zitat

Clever

KLARE SICHT: Beschlagene Badezimmer-Spiegel fönt man von unten her wieder klar

COOL: Heiße Herdplatten lassen sich schnell mit einen Wassertopf kühlen

 

Zufall oder geniale Schöpfung?

WER HAT ES ERFUNDEN?

 

Das Muschelgehäuse

 

DAS Gehäuse von Muscheln und Seeschnecken schützt seine Bewohner optimal vor den rauen Lebensbedingungen und dem enormen Wasserdruck am Meeresgrund. Das brachte Wissenschaftler dazu, Form und Aufbau von Muschelgehäusen zu untersuchen, um Fahrzeuge und Gebäude zu entwickeln, die ähnlichen Schutz bieten.

Einige Details: Untersucht wurden das zweischalige Klappgehäuse der Muschel (Bivalvia) und das spiralförmige Gehäuse der Seeschnecke.

Die gerippte Muschelschale leitet Druck auf den Rand und das Klappenschloss in der Mitte weiter. Das spiralförmige Gehäuse der Seeschnecke leitet Druck ins Innere und auf die breite Gehäuseöffnung weiter. In beiden Fällen sorgt die Form dafür, dass die stabilsten Teile am stärksten belastet werden. So nimmt das Weichtier im Innern kaum Schaden, wenn das Gehäuse doch beschädigt wird.

Außerdem verglich man die Stabilität echter Muscheln mit der von ähnlich geformten Halbkugeln und Kegeln (im 3-D-Drucker hergestellt). Die Tests ergaben, dass die Belastungsfähigkeit der komplexen echten Muschelgehäuse fast doppelt so hoch war wie die der künstlich hergestellten.

Über eine Anwendungsmöglichkeit sagt Scientific American: „Sollte man sich irgendwann in einem muschelförmigen Auto wiederfinden, ist das nicht nur stylish, sondern auch ein optimaler Schutz.“

 

Was soll man glauben? Ist das Gehäuse von Muscheln und Seeschnecken ein Produkt der Evolution? Oder steckt Intelligenz dahinter?

 

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